Auf dieser Seite wollen wir Ihnen ein wenig über die Technik und Geschichte nautischer Instrumente berichten.

Als erstes eine Einführung in die Geschichte der Glasenuhren. Der Ursprung der Glasenuhr geht zurück auf das Sandglas aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde hauptsächlich als Kurzzeitmesser, unter anderem auch auf der Kanzel, benutzt. Natürlich auch auf Schiffen. Für das tägliche Leben an Bord war sie, in verschiedenen Größen, unentbehrlich. Schon Columbus hat während seiner Entdeckungsreisen 1492 Sandgläser sowohl zur Navigation als auch zur Einteilung der Mannschaft zur Wache benutzt. Wir finden in Niederschriften dieser Reisen bereits den Vermerk, daß die Wachen zu jeweils 4 Stunden eingeteilt waren. An diesem Rhythmus hat sich bis heute nichts geändert. Die Wache selbst wurde mit Hilfe eines Halbstunden-Glases unterteilt, welches als Basis für die Schlagfolge der heutigen Glasenuhr dient. Es stand beim Rudergänger und jede verronnene halbe Stunde wurde durch die Schiffsglocke akustisch angezeigt, wobei die halbe Stunde durch einen und die volle Stunde durch 2 Schläge (Doppelschlag) unterschiedenen wurden. Innerhalb einer Wache (4 Stunden) erfolgen die Schläge in aufsteigender Reihenfolge von ein bis acht Glasen. Acht Glasen bedeutete gleichfalls Wachwechsel. Wachbeginn war jeweils um 04.00 - 08.00 -12.00 sowie 16.00 - 20.00 - 24.00 Uhr.Jahrhundertelang bestimmte das Sandglas den Rhythmus an Bord und es wurde erst durch die Entwicklung der Taschenuhr und des Chronometers verdrängt.Die erste mechanische Glasenuhr wurde im 19. Jahrhundert in Amerika hergestellt. Im Prinzip werden die mechanischen Glasenuhrwerke bis zum heutigen Tag unverändert weitergebaut. Obwohl in den vergangenen Jahren Versuche unternommen wurden, die mechanischen Werke durch Batteriewerke zu ersetzen, war es letzlich die Quartztechnik und damit verbunden die Miniaturisierung von Baugruppen, die es ermöglichte, ein Glasenuhrwerk herzustellen, in dem beide Funktionen, sowohl Lauf -als auch Schlagwerk quartzgesteuert sind. Durch den 32 kHz Quartz wird eine sehr hohe Ganggenauigkeit erreicht.Für Freunde von mechanischen Uhrwerken haben wir die GL 130 VM im Programm.

Das Barometer, übersetzt "Schweremesser" oder auch "Druckmesser", wurde 1643 von Toricelli erfunden und zeigte die Veränderung des Luftdrucks durch Verschieben einer Quecksilbersäule an. 1847 entwickelte Vidie das auch heute noch gebräuchliche Dosenbarometer. Eine geschlossene Dose mit dehnbarer Bodenfläche zeigt jede Luftdruckveränderung exakt an. Boden und Deckel werden durch eine Feder auseinander gehalten. Bei steigendem Luftdruck wird die Dose und mit ihr die Feder stärker zusammengedrückt. Diese Bewegung wird auf einen Zeiger übertragen. Steigender oder fallender Luftdruck zeigt zuverlässig die Wettertendenz der nächsten 24 - 48 Stunden an. Die heute gebräuchliche Maßeinheit ist "hekto Pascal", abgekürzt hPa und entspricht der alten Bezeichnung "Millibar", abgekürzt mb.Alle Barometer sind von uns auf Null - Meter eingestellt worden und müssen am Aufstellort nach Anleitung eingestellt werden.

Unter http://www.wetteronline.de/daten/vorher/de/euro_d.htm
finden Sie aktualisiert die hPA - Angaben für Deutschland. Damit können Sie auf einfachste Weise Ihr Barometer einstellen.

Das Thermometer dient der Wärmemessung. Die von uns verwendeten Thermometer sind zuverlässige Bimetall - Thermometer. Eine Bimetallfeder krümmt sich bei Temperaturänderung. Der an der Federachse angebrachte Zeiger wird dadurch bewegt. Diese Thermometer sind besonders unempfindlich und widerstandsfähig gegen Stoß und Schlag und sind deshalb auch im rauhen Schiffsalltag sehr zuverlässig.

Das Hygrometer mißt die relative Luftfeuchtigkeit am Standort. Entdeckt wurde es 1783 von Saussure, der herausfand, daß ein Haar sich bei sinkender Luftfeuchtigkeit verkürzt. Dies geschieht angeblich besonders gut bei blondem Haar. Diese Bewegung wurde auf einen Zeiger übertragen. Diese Hygrometer werden auch heute noch hergestellt und nennen sich "Haar - Hygrometer". Heute allerdings erfüllen Spiralen aus hygroskopischem Material den gleichen Zweck. Wir empfehlen, Hygrometer alle 4 Monate zu regenerieren und nach zu justieren. Dazu wird das Hygrometer in ein feuchtes Tuch eingewickelt und nach einer halben Stunde sollte ein Wert von 95 % erreicht sein. Liegt der Wert darüber oder darunter, muß das Hygrometer auf 95 %, über die rückwandige Einstellschraube, eingestellt werden.

Die Tidenanzeige unseres Multi-Timer MU 150 MW/CS zeigt Ihnen zuverlässig Ebbe und Flut an. Wir möchten Ihnen die Tide hier auf unserer Technikseite näher erklären.Als Tide bezeichnet man die periodische Hebung (Flut) und Senkung (Ebbe) des Meeresspiegels einschließlich der Gezeitenströme (Hin -und Herströmen des Wassers). Der sich dabei ergebene höchste Wasserstand heißt Hochwasser, der niedrigste Stand Niedrigwasser. Die Differenz zwischen beiden wird als Tidenhub bezeichnet. Ebbe und Flut zusammen ergeben eine Tide bzw. Gezeit.Der Zeitunterschied zwischen zwei aufeinanderfolgenden Hochwasser liegt im Jahresdurchschnitt bei 12 h.25 min.2 s. und entspricht damit dem sogenannten halben mittleren Mondtag. Gezeiten und Gezeitenströme wiederholen sich jedoch nicht gleichmäßig und zwar nicht nur zu unterschiedlichen Jahreszeiten, sondern auch von Ort zu Ort.Die Gezeitensind also sind keine in absolut gleichen Perioden wiederkehrende Naturerscheinungen, da der rhythmische Ablauf von Ebbe und Flut vorwiegend mit dem Ablauf der Mondstellung verbunden ist.Diese Zeiten kann man dem amtlichen Tidenkalender, der z.B. in Deutschland vom DHI (Deutsches Hydrographisches Institut) für 1 Jahr herausgegeben wird, entnehmen. Häufiges Kontrollieren und ggf. Nachstellen garantiert eine immer aktuelle Anzeige. Da die Tidenanzeige immer für einen genau definierten Ort berechnet wird, kann die Uhr mit Tidenanzeige nur stationär betrieben werden oder aber muß eben auf den Ort, den man mit dem Schiff anlaufen möchte, eingestellt werden. Dadurch weiß man schon lange vor dem Einlaufen, auf welche Strömungen man sich einzustellen hat.

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